Artikel des Ortscaritasverband Hamm, 06.08.2013

Dialogisches Elterncoaching für Eltern, deren Kinder schulverweigerndes Verhalten zeigen

„Return – die 2. Chance“

 

In der Arbeit mit schulverweigernden Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Projektes „Return – die 2. Chance“ , das seit 2006 beim Caritasverband Hamm umgesetzt wird, wurde deutlich, dass Eltern neben einem notwendigem Einzelcoaching, von einer weiterreichenden Form der Unterstützung profitieren könnten. Es entstand die Idee eines Dialogischen Elterncoachings , das sich in einer Arbeitsgruppe aus Schulsozialarbeiter, Beratungslehrer, return-Mitarbeitern und einer Mitarbeiterin aus der Elternschule konzeptionell, unter Federführung des Caritasverbandes, konstituierte. 
Zielsetzung des Elterncoachings war es, eine lebendige und demokratische Erziehungs- und Bildungspartnerschaft im Bündnis von Eltern und pädagogischen Fachkräften zur nachhaltigen Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen umzusetzen.

An neun Abenden trafen sich in der Zeit von Februar bis Mai 2013 insgesamt 8 Eltern, deren Kinder unterschiedlichen Alters sind, sich an verschiedenen Schulen in Hamm befinden und schulverweigerndes Verhalten zeigen. Der Zugang der Eltern zum Seminar erfolgte über Informationen durch Schulsozialarbeiter, Klassenlehrer und Mitarbeiter des Jugendamtes. Die Teilnahme war freiwillig.
Das Elterncoaching basierte auf dem radikalen Verständnis von Dialog , welches voraussetzt, dass die Eltern als gleichwertige und gleichwürdige Dialogpartner wertgeschätzt und vorrangig darin unterstützt werden, ihre eigenen Antworten in einem gemeinsamen Denkprozess innerhalb der Gruppe selber zu finden und diesen zu vertrauen.

Die Seminarreihe wurde gemeinsam von Frau Thea Dieninghoff (Dipl.-Sozialpädagogin, Systemische Beraterin (SG), Supervisorin) und Frau Sabine Kuhn (Dipl.-Sozialpädagogin, Systemische Familientherapeutin(SG), Supervisorin)als eine ehemalige Mitarbeiterin des Caritasverbandes verantwortlich durchgeführt.
Mit Methoden aus der systemischen Beratung und Therapie wurden Übungen nach Anliegen der Eltern durchgeführt, die stets das Ziel hatten, die Überzeugung der Eltern zu erhöhen, selbst wirksam und eigenverantwortliche Lebensgestalter zu sein.

In einer Befragung nach Ende der Seminare gaben die Eltern u. a. folgendes an:

  • Es war hilfreich erfahren zu haben, dass durch Austausch neue Möglichkeiten entstehen
  • Solidarität tut gut
  • Ich habe erfahren, dass Probleme und Krisen zum Leben gehören und dass es hilfreich ist, sich an andere zu wenden.
  • Ich konnte mich mit eigenen Grenzen auseinandersetzen
  • Die Betrachtung mit meiner Kindheit hat mir neue Denkanstöße gegeben
  • Es war hilfreich, dass ich Dinge ansprechen konnte, die mir eigentlich schwer fallen. Die Atmosphäre in der Gruppe war vertrauensvoll.
  • Ich konnte meine Anliegen in die Gruppe geben.
  • Ich habe den eigenen roten Faden meiner Familie wiedergefunden.

Die Eltern werden sich in Zukunft weiterhin einmal monatlich ohne Seminarbegleiter treffen, um sich austauschen zu können und sich gegenseitig zu stärken. Die Treffen können in einem Gemeindezentrum stattfinden. Die Gruppe ist offen und bietet anderen Eltern, deren Kinder schulverweigerndes Verhalten zeigen, Unterstützung mit ihren Erfahrungen an. Der Kontakt von neuen Eltern zur Gruppe kann über Mitarbeiter des return-Projektes erfolgen. Drei der Eltern wurden Anfang Juli 2013 über die Elternschule zu Elternbegleitern ausgebildet, so dass sie Handwerkszeug zu Kommunikation, Gruppenprozesse und dem Leiten von Gruppen erhalten haben.
Bei Rückfragen können sich Eltern telefonisch an den Caritasverband, Thea Dieninghoff, Tel. 02381 144-211 wenden.

Kontakt zu Sabine Kuhn

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